Diary Slam

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„Ich mach mich fesch, mit Mamas Hilfe“

„Ich mach mich fesch, mit Mamas Hilfe“

Beim 73. Diary Slam, wie immer charmant moderiert von Sven Onken, traten gleich vier erstmalige VorleserInnen auf und verliehen dem Abend seinen besonderen, adrenalinreichen Charme.
Zu Beginn berichtete Sylwia in ihrem Jugendtagebuch von Filmen wie „9 1/2 Wochen“ und resümierte: „Ich bin immer so neidisch auf die Leute aus Filmen!“
Julie vertraute ihrem Tagebuch an: „Ich will ein Tattoo, am besten von einer Katze, oder eine echte Katze.“ Tom berichtete als 17-Jähriger nonchalant vom Diebstahl seines Fahrrads: „Der Verlust ist nicht tragisch, denn ich habe es auch geklaut“, während sich Lara in Sachen Jungs als Heranwachsende abgeklärt gab: „Nicht dass ich in ihn verliebt wäre – ich fände eine Züngelei einfach nur übelst geil!“ Carina spielte als Neunjährige am liebsten mit ihrer Freundin „Bürokauffrau“ und notierte in ihr Tagebuch: „Ich bin mit Pascal gegangen, aber nur 45 Minuten.“
Und Sonja entführte das Publikum in die Achtzigerjahre, als ihre Schwärme sich nicht zu ihr nach Hause trauten, aus Angst vor ihrer Mutter.
Im aufreibenden Stechen zwischen Julie und Lara ging letztere schließlich als „Diary Slam Champion Mai 2018“ hervor. Glückwunsch und Dank an alle!

„Die Jungs, die werden immer krasser“

„Die Jungs, die werden immer krasser“

Zu Beginn des 70. Diary Slams entführte Sonja das Publikum in die  Achtzigerjahre, in denen sie einen Poncho mit dem Schriftzug „Top Gun“  strickte und nach Liebeskummer ins Tagebuch schrieb: „Ich ging 5 % weniger fröhlich nach Hause.“
Sylwia las eine erotische Liebesgeschichte aus späten Teenagertagen, die mit den Worten endete: „Doch leider habe ich es nie so erlebt.“
Josie präsentierte einen Strauß als Kind verfasster Gedichte: „Die Mädchen trinken kaltes Wasser / die Jungs, die werden immer krasser“, sowie juvenil-melancholische Verse mit Titeln wie „Alone on Valentine’s day“.
Auch Top-Moderator Sven Onken gab einen Schwank aus seinem Tagebuch zum besten, ehe Malin spontan aus dem Publikum ein 2 Jahre altes Liebesgedicht aus ihrem Smartphone vortrug.
Freddie, aus Berlin angereist, offenbarte ihr jugendliches Ich als notorische Kleptomanin, die leider nicht im heimischen Kaufhaus Oilily-Parfüm stibitzen konnte, „weil ich da im Februar Praktikum mache“.
Zum Abschluss gab sich Malte als Romantiker, der seiner Herzensdame gern entgegen kam: „Beim Fußball lass ich immer Annikas Schüsse durch.“
Im furiosen Stechen zwischen Freddie und Malte konnte erstere am Ende den Titel des „Diary Slam Champion Februar 2018“ absahnen. Glückwunsch und Dank an alle!

„Ich liebe dich auch heute am Dienstag“

„Ich liebe dich auch heute am Dienstag“

Wahnsinn! Vier Jahrzehnte Tagebuchaufzeichungen bescherte uns der 67. Diary Slam: Von 1970 bis in die 2000er Jahre lauschten wir fünf Leserinnen, davon vier Neulingen auf der Diary Slam-Bühne. Und wir können so viel verraten: Das Wort „GEIL“ scheint ein Kontinuum zu sein.

Den Auftakt machte Johanna mit ihrem Praktikumsbericht aus Paris, bei dem sie einen Rumänen kennen lernte, der Bücher an der Seine verkaufte und dessen Lieblingsdroge LSD war.

Yvonne las aus ihren Tagebüchern aus dem Jahr 2008, für das sie sich vorgenommen hatte: „Endlich selbstsicher werden.“ Doch während es mit ihrer Knirschschiene gut lief, konnte sie sich zwischen zwei Jungs einfach nicht entscheiden.

Sylwia las aus ihren Büchern zwischen 1988 und 1991. Mit 13 Jahren philosophierte sie: „Wenn ich so denke, denke ich, das nur ich klug bin.“ Sie betrauerte, dass ihr Tagebuch kein Mensch ist und sie wohl auch für immer ein trauriger Mensch bleibt.

Als viertes kam Vera auf die Bühne, die im Jahr 2006 ganz vernarrt in die „Twilight“-Bände war und dies flammend ihrem Tagebuch anvertraute. Sie wünschte sich „einen Freund, der mich auch ohne Hintertür liebt. Vielleicht ist es ja Tim!“

Nicht aus ihren Tagebüchern, sondern aus ihren Liebesbriefen (ja, das ist bei uns auch möglich!) las Feli vor. Sie entführte uns in eine Zeit, in der sie ihrem Liebsten, Uli, schonungslos ehrliche Zeilen schrieb. Nicht nur, als ein fremder Mann in einen Feldweg einbog und mit ihr ein Tête-à-Tête anfangen wollte, wohlwissend, dass beide vergeben waren.

Sylwia und Feli kamen in das Stechen und letztere konnte das Publikum mit Sätzen wie „Verzweifel‘ nicht an deiner Winzigkeit als Lebewesen“ am Ende für sich gewinnen. Ein Dank an den Grünen Jäger und unseren Moderator Sven Onken! Bis zum nächsten Mal!